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Ein Praxisbesuch an der Deutschen Schule zu Porto

Ein Bericht unseres Erasmus+-Koordiantors Andreas Prokopf über seinen Praxisbesuch in Porto

Die nordportugiesische Metropole Porto beeindruckt mit atlantischem Flair, großer kultureller Vielfalt und einer besonderen historischen Atmosphäre. Vom 11. bis 13. Mai 2026 konnte ich dort unsere beiden Studierenden der PIA-Mittelstufe, Frau Rittgens und Frau Schweitzer, im Rahmen eines Praxisbesuchs begleiten.

Die Praxisbesuche fanden an der Deutschen Schule zu Porto statt, einer bilingualen und interkulturell ausgerichteten Begegnungsschule. Deutsch und Portugiesisch prägen dort selbstverständlich den Schulalltag. Die Schule verbindet wertschätzendes Miteinander, kreative Bildungsangebote und soziales Lernen in einem klar rhythmisierten Ganztag, in dem die Kinder auch eigene Aktivitäten mit auswählen können.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen jeweils eine pädagogische Bildungsaktivität sowie ein Fachgespräch zu sozialem Engagement im europäischen Kontext, hier am Beispiel der Schulgartenarbeit. Beide Studierenden wurden vor Ort von der engagierten pädagogischen Fachkraft Frau Pauline Gründing begleitet und unterstützt.

Frau Schweitzer führte mit einer Kleingruppe von Grundschulkindern eine kreative Aktivität zur Schmuckherstellung aus wiederverwendbaren Alltagsmaterialien durch. Die Kinder gestalteten Ketten und Armbänder aus Materialien wie Dosendeckeln, Strohhalmen, Muscheln und Perlen. Dabei standen nicht nur Kreativität und Feinmotorik im Vordergrund, sondern auch der bewusste Umgang mit Ressourcen, das Wiederverwenden vermeintlicher Abfallmaterialien und die Möglichkeit, Wertschätzung durch selbst gestaltete Geschenke auszudrücken. Zugleich bot die Aktivität viele Anlässe für Austausch, sprachliche Anregung und gemeinsames Lernen.

Frau Rittgens gestaltete mit fünf Kindern im Alter von sechs bis sieben Jahren die Aktivität „Porto durch Kinderaugen – Wir gestalten unsere Lieblingsplätze und -orte als Gemeinschaftskunstwerk“. Ausgangspunkt waren Gespräche mit den Kindern über für sie bedeutsame Orte in Porto, etwa Spielplätze oder Parkanlagen. In der Aktivität konnten die Kinder ihre persönlichen Eindrücke kreativ umsetzen, ihre Lebenswelt ausdrücken und gemeinsam an einem Produkt arbeiten. Dabei wurden musisch-ästhetische, sprachliche sowie soziale und emotionale Bildungsprozesse miteinander verbunden. Die Kinder beschrieben ihre Lieblingsorte, trafen Absprachen und lernten, unterschiedliche Perspektiven in einem gemeinsamen Gestaltungsprozess zu berücksichtigen.

Im anschließenden Fachgespräch wurde das soziale Engagement im Schulgarten als pädagogisch besonders wertvoller Lernort thematisiert. Im Austausch ging es darum, wie Kinder durch Gartenarbeit Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft erleben, Nachhaltigkeit konkret erfahren und ihre Umwelt aktiv mitgestalten können. Besonders erfreulich war, dass fünf Erzieherinnen der Schule in Porto an dem Gespräch teilnahmen und großes Interesse an den Düsseldorfer Ideen zur Schulgartenarbeit zeigten. Sie möchten diese Impulse künftig auch in Porto erproben.

Der Praxisbesuch hat erneut gezeigt, wie wertvoll internationale Lernerfahrungen für angehende Erzieherinnen und Erzieher sind. Pädagogische Arbeit in einem anderen europäischen Kontext eröffnet neue Perspektiven auf Kreativität, Nachhaltigkeit, sprachliche Bildung, soziale Teilhabe und kulturelles Lernen.

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